This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project to make the world's books discoverable online.

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that 's often difficult to discover.

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book's long journey from the publisher to a library and finally to you.

Usage guidelines

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying.

We also ask that you:

+ Make non-commercial use of the file s We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for personal, non-commercial purposes.

+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machine translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the use of public domain materials for these purposes and may be able to help.

+ Maintain attribution The Google "watermark" you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find additional materials through Google Book Search. Please do not remove it.

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can't off er guidance on whether any specific use of any specific book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search means it can be used in any manner any where in the world. Copyright infringement liability can be quite severe.

About Google Book Search

Google's mission is to organize the world's Information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers discover the world's books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the füll text of this book on the web

at|http : //books . google . com/

über dieses Buch

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde.

Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist.

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat.

Nutzungsrichtlinien

Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichtsdestotrotz ist diese Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen.

Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien:

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden.

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen unter Umständen helfen.

+ Beibehaltung von Google -Markenelementen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht.

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben.

Über Google Buchsuche

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen.

Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter http : //books . google . com durchsuchen.

^^^^H

j

n

ru "]

1

O^^^;

^Ei£^^^Hir '"^^^

LHi

ru-

S:

^ -* _

•^^

51%

V.

^V

I f

ÜL.

«*".

^a».

^C'C. <t

J^

^.«'-C ( K

<C * «^ .7-

' (T* MT* ^

^^"

< Cc c c

<C c

^ jÄTjr

'^' C'C c c VC'C c

cc «.^

cc €rc

ccc c<C

x 1 , , ^

■i

cc c c

<sr

C M.t

cc c:c .

^ * »V

''i.

' c«c <:<

AT V

f

c c

CC CC <

cc C( A CCCj ^ CCC^J <

c

r

iJ-'' Cc.(.

c<Lcc o:

;^^

{Ljji^aasi

1

i

C C c

: c

c

38^^'

r et

Ä^

^KJHK^^I

c

C

^^■P^^H

^^

1 wiüemm'

«c

c

^

<r(

c

<C'

LIBRARY

<c^

Dr^GustaT

Breeel

'C

^c < c

<

<

c

1

^ CC f

c:- «.

\

4

C (. cc '

< er .

c c

<

4

^v

('S

^ ir r^'

<*

.•-4

< <

c

« «^ Ct^ €j^ t^ ^^

« c <c <r c r^

'^Vdl^Z!

^

'f c

<:

<: •■ c: << c <

c

r

r.

«i^

«r .

V

!

c

4

1

r

«^ <t c <ig:

;-> ^

C

c c

C c

<

0'

c

<i < *c

<

^

flC^

Crc

c< «r

f"

M^

^^jfc^

er

t <

* < ..-

r

' c

i_

C < tf

^

■rr' ^j^

c

«cc c

m

M

•V.

O^

c

r

r c

^C^' '

: ^C^

_.. t c

< €L

^t

::

^C '^

^K

_<<

4

:::<:_t ^«c

<i^M

r^

.w: ■.

^1

Cct

4

r <:c ^K

■^ "

^1

u^-

C v

^^ ^

rcr .

c

:"c_c^c

.- ^1

^

•«T 0.

t «

P< ^

c

< < «

^

' '^i

kb_

c; (^

c. «

Clcc C

c <. <

^

^K

^^~

C c<.

c <

CjC< <

c

C: <: ^

C"

'- ^K

II <*

*. ti

c

KT'' <

ir-

« 1. 4

■c

<•

<

^ «

C^ *

c

:^

c

«. t

C €?

c^

^;

c

c c o c

< 4

^ <cr

#C '^

c c;

^^ : <'"

*. .;

d:

c

c; c

4

cic

<

' ^;_

^

<:i^«:

^[I

<: <:

^ ^

c

<^:^

1 «:

c c^ c

«

c

iv: <

«c

<r.

f <?

c c c

^

<

ti

«c

4

v.^

4. 1

4

r

«:

: <^<:

-

<

^_ c<

4

c

<K

I- <^ ' <3C

^d ^*

c «

i *

«. «cc^ «

Sc

cc

«

m^" <ij^ <

^[

r<^

<«:, <-<. «X

crr

^3^7^C3C

^K

<«:i <:< CiL

«X

^^^,J5SL ^

fl^

i

oc« <c

ü^^c< ^

^

•jjj^c'c ^

.-

^üTf* ^

r

«<: cc <

«^

K

<£< o <^

«ii» f

\

r

■i

<x:

i or

c

» HANDBUCH

DER

AEZNEIMITTELLEHKE

VON

Dr. H. J^OTHNAGEL, «nd Dr. M. J. EOSSBACH,

. 5. Prof. d. Ifedicin u. Vorstand d. incdic u. ü. Trof. d. Medicin ii. Vorstand d. pbarmakol.

Klinik a. d. Univ. Jena. Instit. a. d. Unir. warsburg.

VIERTE VERMEHRTE AUFLAGE,

BERLIN 1880.

VERLAG VON AUGUST HIRSCHWALD

NW. UNTER DKN LINDEN ßH.

Alle* Rechte Torbebalten

••»•••

Vorwort zur dritten Auflage.

Xn vorliegender Auflage geben wir nicht sowohl eine Bearbeitung der vorigen, als vielmehr ein ganz neues Buch, welches dem ge- waltigen Aufschwung gerecht zu werden sucht, den die Pharma- kologie in den letzten Jahren genommen hat.

Der grössere Theil, nämlich die physiologische und pharma- kognostische Betrachtung aller Stoffe, sämmtliche Ueberblicke und Einleitungen zu den Hauptgruppen und die durchaus umgeänderte Anordnung und Eintheilung des gesammten Materials ist von dem frisch eingetretenen Verfasser (Rossbach) nach durchaus selbstän- .digen Gesiiihtspunkten neu bearbeitet; von dem früheren alleinigen Herausgeber (Nothnagel) stammt in dieser Auflage die therapeu- tische Anwendung^ die Behandlung der Vergiftungen, sowie die Präparatenlehre.

Im Hinblick auf die grossen Veränderungen, welche das Buch erlitten hat, erscheint es nöthig, die dazu führenden Gesichtspunkte kurz darzulegen.

Ueberall, wo die Chemie die chemisch reinen wirksamen Sub- stanzen der alten Arzneimittel kennen gelehrt hat, was bei dem weitaus grössten Theil derselben der Fall ist, haben wir immer nur diese reinen und einfachen Körper ausführlich . behandelt und in den Vordergrund gestellt; dagegen die in ihrer Zusammen- setzung und daher auch in ihrer Wirkung höchst veränderlichen und unsicheren alten, aus dem Pflanzen- und Thierroich stammen- den Gemenge und Mischungen in den Anhang verwiesen.

Eine grosse Menge unnöthiger und unzweckmässiger Präparate der Hauptstofife wurde entweder nur kurz berührt oder ganz hin- weggelassen; ebenso wurde der Ballast veralteter, meist aus der alchymistischen Zeit stammender Benennungen grösstenthcils über Bord geworfen und dafür mit wenigen Ausnahmen die modern chemische und botanische Bezeichnung gewählt.

Die bis jetzt fast allgemein geübte Eintheilungsweisc des Gesammtstoffes nach nur physiologischen oder nur therapeutisclicn Gesichtspunkten haben wir verlassen, vvcil jedes Mittel je nach der

IV

Vorwort.

GabepgrÖsse ungemein Yerschioden und oft entgegengesetzt wirkt, ferner auch die einzelneö Organe in höchst mannigfaltiger Weise beeinflusst und in sehr verschiedenen Krankheitszuständen Verwen- dung findet Die alte Eintheilting konnte iranier nur Eine Wirkungs- weise, Eine therapeutische Nutzanwendung hervorheben und führte i in Folge dessen nicht allein zu einer gewissen Einseitigkeit, son- dern auch vielfach zu höchst irriger Auffassung der physiologischen und therapeutischen Beziehungen der Stoffe.

Durch unsere vorwiegend auf chemischer Grundlage beruhende Eintheilung suchten wir den gegenwärtigen Stand der wissenschaft- lichen Erkenntniss möglichst getreu, auch in seinen Schwächen, und ohne jede Künstelei, darzustellen. Es wird, wie wir hoffen, aus derselben sich zeigen, dass eine chemische Gruppirung des Stoffes zugleich die möglichst beste physiologische ist; sowie, dass unsere Einsicht in die physiologische Wirkung der Heilmittel be- reits soweit vorgeschritten ist, um bei mangelnder Einsicht in deren chemische Constitution uns Fingerzeige für die engere Ein- theilung liefern zu können; es war uns hiebei aber nie die ähn- liche Wirkung auf ein eiozelnes, sondern auf alle Organe für eine Zusammenordnung maassgebend.

Bei der physiologischen Behandlung des ganzen Stoffs gingen wir von dem Gedanken aus, dass es hoch an der Zeit ist, die bis jetzt ohne hinreichenden Grutid getrennten Fächer der Arznei-, Gift-, Nahrungs- und Genussmittellchre mit einander zu vereinigen. Wenn wir die Bezeichnung: ^Arzneimütellehre" auf dem Titel bei- behielten, geschah es nur in Rücksicht auf die alte Gewohnheit. Wein, Kaffee, Theo, Opium oder Eiwciss, Fette, Kohlehydrate sind deshalb nicht schlechtere Heilmittel, weil sie auch Geiiuss- oder Nahrungsmittel sind; andererseits tritt eine yait Beseitigung von Krankheitszusländen benützte Wirkung oft nur in stark giftigetf( Gaben ein, wie bei den Aetz- und Betäubungsmitteln.

Wir betrachten die Arzneimittellehre oder Pharmakologie als df^njenigen Theil der physiologischen Wissenschaft, der sich mit den Reactioneu des gesunden und kranken Organismus gegen alle chemisch wirkenden Stoffe beschäftigt, und geben aus diesem Grunde in unserem physiologischen Theil ebenso- gut die Wirkung kh'iner diätetischer und therapeutischer, wie groHHcr giftig(?r Gaben, Auf diese Weise allein ist es möglich, dem Arzte in Einem Buche Alles zusammen zu geben, was von

Vorwort.

"jedem Stoff wissenswerth ist, und was er zam Wohle der Menschen benutzen kann oder vermeiden muss.

An die aufzunehmenden physiologischen Thatsachen suchten wir den strengsten Maassstab anzulegen, alles Unklare, Zweifelhafte cgti verbannen und die Lücken in unseren Kenntnissen nicht 2U ver- bergen, sondern ausdrücklieh hervorzuheben.

Auch ira therapeutischen Theil haben wir uns weit mehr noch als früher bemüht, das Sichere vom Unsicheren zu scheiden, 'das durch hundert- und vieltausendfaltige Erfahrung Festgestellte scharf hervor/uhebcn, dem gegenübei*, was nur eine flüchtige Beobachtung, eine hypothetische Annahme zur Grundlage hat

Bei den Mitteln, deren Heilkraft in bestimmten krankhaften Zuständen unbezweifelbar erwiesen ist, haben wir die thatsächlichcn therapeutischen Indicationen möglichst sorgfältig gezeichnet, aber auch den an jede wirksame Substanz sich anheftenden Tross ander- weitiger Verwendungen abgeschnitten.

Wir haben uns nicht gescheut, die Entbehrlichkeit vieler, selbst bcIiTebter und heut noch oft verordneter Arzneisubstanzen auszusprechen, weil dieselben in Wirklichkeit entweder sich gänz- lich unzureichend für die Erfüllung der angenommenen Indicationen erwiesen haben, oder durch bessere Mittel und Verfahren ersetzt worden können. In der Jetztzeit, wo die überragende AVichtigkeit der diätetischen Maassregeln im weitesten Wortsinne für die Behandlung krankhafter Zustände immer mehr erkannt ist, er- scheint es wohl angemessen, den unglaublichen Wust verrotteter Mittel und fadenscheiniger Indicationen endlich einmal unnachsicht- lieh zu entfernen. Wir meinen in dieser Beziehung keineswegt zu weit gegangen zu sein, und selbst wenn manche alte Vorliebe für dieses oder jenes Mittel verletzt w*erden sollte es dünkt uns erspriesslicher, die Grenzen des ärztlichen Könnens klar zu erkennen, als sich in Selbsttäuschungen einzuwiegen.

Im Interesse der Vollständigkeit reiheten wir an die betrcfTeiiden Stoffe eine kurze Uebersicht der wichtigsten und gebrauchtesten Bade- \md Trinkwässer an.

Hinsichtlich der Auswahl und Wichtigkeit der Mittel konnten wir uns nicht an die deutsche Pharmakopop halten, da dieselbe durch die Fortschritte der Wissenschaft bereits weit überholt istj doch haben wir diejenigen Stoffe, welche nicht in ihr vorgeschrieben sind, durch Sternchen bezeichnet. Auch in Bezug auf die von <lcr

VI Vorwort.

Pharmakopoe. aufgestellten Maximalgaben bemerken wir ausdrück- lich, dass sie mit den von uns angegebenen nur in soweit über- einstimmen, als sie aus dem Geist des Deciraalsystems liervorgehen, und dass, wo dies nicht der Fall ist, wir die dem Decimalsystcra entsprechenden Aenderungen vorgenommen haben.

Um die noth wendig gewordene starke Zunahme, ja Verdoppe- lung des Inhalts, der die gesammte bis Mitte 1877 erschienene Literatur berücksichtigt, nicht im Umfang des Buclies allzusehr bemerkbar machen zu müssen, und um dasselbe nicht zu einer unhandlichen Grösse anschwellen zu -lassen, haben wir zum Klein- druck des für unsere Zwecke weniger Wichtigen gegriffen.

Die von uns benützte pharmakologische Literatur ist am Schluss des Werkes übersichtlich zusammengestellt.

Jena und Würzburg, im December 1877.

^Nothnagel. B,ossbacIi.

Vorwort \zur vierten Auflage.

Auch in dieser neuen Auflage ist, wie in der vorigen, der grössere (physiologische) Theil von Rossbach, der kleinere (thera- peutische) von Nothnagel bearbeitet worden; nur rühren dieses Mal auch einige Abschnitte, die Behandlung der Vergiftungen mit Alkaloiden betreffend, von Ersterem her.

Plan und Grundlagen blieben mit wenigen Ausnahmen unver- ändert; jedoch wurde der Inhalt durch die massenhafte Literatur der Jahre 1878 und 1879 wesentlich bereichert, und wurden meh- rere Kapitel gänzlich umgearbeitet. Es musste deshalb auch der Kleindruck noch ausgiebiger verwendet werden als früher.

Unserer kritischen Aufgabe der Betonung aller nicht sicheren Mittel und Indicationen blieben wir treu; doch konnten wir, bei aller persönlichen Neigung dazu, dieselben nicht mit vollständigem Schweigen übergehen, wie es von manchen Seiten gewünscht worden ist. Es hielt uns hiervon die Einsicht ab, dass wir uns in einer Uebcrgangsperiode befinden und der Studirende und Arzt oft die' Gründe zu wissen wünscht, warum dieses oder jenes Mittel keine Anwendung mehr vefdicnt.

Jena und Würzburg, im Juli 1880.

NotlmageL' ßossbacli.

Inhaltsverzeichniss.

Seite

Die Alkalien und alka-

llflchen £rden 1

I. Die Alkalien 4

Die NatriumTerbinduDgen . 0

Die KaliumTerbinduDgen 1 1

Die Lithiumverbindangen . 21

Die Aetzalkalien ..... 21 Liquor Natri hydrici s.

caustici 21

Kali hydricam s. causti-

cum 22

Die kohlensauren Alkalien . 24 Natrium carbonicum et bi-

carbonicum 24

Kalium carbonicum et bi-

carbonicum ...... 28

Lithium carbonicum . . 28

Die pflanzensauren Alkalien 29

Kalium aceticum. .* . . 30

Natrium aceticum ... 30 Kalium tartaricum et bi-

tartaricum 30

Natro-kalium tartaricum . 31

Die phospfaorsauren Alkalien 38

Natrium phosphoricum 40

Die schwefelsauren Alkalien 41

Natrium sulfuricum ... 41

Die Chlorverbindungen der

Alkalien 44

Natriumchlorid (Natrium

chloratum) 45

Kaliomchlorid (Kalium

chloratum) 61

Kaliumchlorat ( Kalium

chloricum) 61

Die salpetersauren Alkalien 64

Natrium nitricum ... 64

Kalium nitricum .... 65

Seite

Die fettsauren Alkalien . . 68

Sapones 68

Anhang zu den Alkalien . 68

U. Die alkalischen Erden . 70 Das Oxyd und Carbonat des

Calcium .71

Calcium ozydatum . . 71

Aqua Calcis 72

Calcium carbonicum 73 Das Oxyd, die kohlensauren und pflanzensauren Ver- bindungen des Magnesium 76 Magnesium ozydatum . 77 Magnesium carbonicum 78 Magnesium sulfuricum. 79 Die phosphorsauren Yerbin- dungen des Calcium und

Magnesium 80

Calcium phosphoricum. 85 Anhang zu den alkalischen

Erden 86

Ammoniakalien 87

Ammoniacum causticum so-

lutum . ; 92

Ammonium chloratum ... 96

Ammonium carbonicum ... 99

Anhang zu den Ammoniakalien . 101

Trimeihylamin (Propylamin) . 101

Guanidin . 101

KEetaJLle 102

Aluminium 104

Schwefelsaures Aluminium-Ka- lium , . . . . 105

Anhang zum Alaun 106

VIII

InhaltsTerzeichniss.

Seite

Blei and leine Yerbindangen . 107

Plambam aceticam 116

Plumbam hydrico-aceticum go-

lutum 120

Plnmbnm carbonicum . . . .120

Plumbam oxydatum . . -. . 121

Anhang zum Blei ...... 121

Silber 122

Argentnm nitricam 122

Anhang zum Silber 132

Kupfer 133

Cuprum sulfuricum purum . . 136 Anhang zum Kupfer 137

Zink 138

Zincum oxydatum 140

Zincum sulfuricum 142

Zincum chloratum 143

Anhang zum Zink 145

Eisen . . 145

Reine Eisenmittel 164

Eisentinkturen 16G

Eisenmittel, blutstillende. . . 167 Eis^mittel als Gegengifte . . 170 EisenTerbindungen und Ge- menge mit anderen Mitteln 171

Mangan 172

Kalium hypermangahicum . . 173

Quecksilber 174

Hydrargyrum bichloratum cor-

rosiTum 192

Hydrargyrum chloratum mite 197 üngnentum Hydrargyri eine-

reum 201

Hydrargyrum d^uratum* . . 204 Anhang zum Quecksilber . . . 205

Hetalloide«

Arsen, Phosphor, Antimon,

Wismuth und Stickstoff . 207

Arsen 208

Arsenige Sflure und ar-

senigsaures Kalium . 208

Phosphor 222

Antimonium s. Stibium . . 231

Stibio-Kalium tartaricum 231 Stibium sulfuratum au-

rantiacum ..... 239 Stibium chloratum solu-

tum 240

Wismuth 240

Stickstoff 241

Seite Nitrogenium oxydatum . 242 Nitrogenium oxydulatum 242

Brom, Jod und Chlor und ihre Verbindungen mit

Alkalien 246

Die Bromyerbindungen . . 247

Bromum 247

Kalium bromatum . . 248

Natrium bromatum . . 256

Die Jodverbindungen . . . 258

Jodüm 258

Kalium jodatum ... 264 Natrium jodatum . . .276 Anhang zu den Jedverbin-

dungen 276

Die Ghlorrerbindungen , .277 Chlor. Chlorwasser . . 277 Calcaria chlorata s. hypo- chlorosa 278

Der Schwefel und seine

Verbindungen 280

Hydrogenium sulftfratum 280 Kalium sulfuratum . .283

Sulfur 284

Anhang zum Schwefel . . 285

Kohle 4. . 286

Carboneum oxydatudi . 287

Wasserstoff 287

Hydrogenium peroxyda- tum 287

Sauerstoff 288

Die 8&uren 298

Die anorganischen und die organischen (fetten) Säu- ren ^99

MineralsAuren .... 310 Schwefelsäure . . 310

Salpetersäure 312

Chlorwasserstoffsäure . .313 Phosphorsäure . . . .315 Chromsäure- Anhydrid . 317

Borsäure 318

Fluorwasserstoffsäure . . 318 Schweflige Säure . . .318

Organische (fette) Säu- ren 319

Ameisensäure . . . .319

Essigsäure : 320

Baldriansäure .... 322

Aepfeltänre 322

WafaMüin 323

iDhaltsYerzeichniss.

IX

Seite

Citrondnsftare .... 323

Obstsorten 324

Milchsflnre 325

OxalsAure 327

Berasteinsflare .... 328

Kohlensäure 328

Bie Alkohole ...... 338

Ueberblick 338

Weingeist. Alkohol .... 345

Weingeistige Getränke . . . 360

Wein 360

Bier 364

Branntwein 366

Kumys 368

Chloroform 370

Aether .386

Chloralhydrat 390

Amylnitrit 402

nie aromatlflchen Ver- blnduiif^en.

Phenol . 412

Anhang zum Phenol .... 427

Benzol 427

Brenzcatechin 428

Hydrochinon 428

Resorcin 428

^midobenzol .428

Nitrobenzol 428

. Pyrogallol ....... 428

Chrysarobin . 429

Thymol 429

Kreosot * . 431

Theer 431

Kadeöl 433

Holzessig 433

Aromatische Säuren . . 433

Benzoesäure 434'

Natnuiii bLMi£ukum .... 437 SäUoylsÄuro .... 440

NätTium salkyticiim . . .446

Anhang zur Salicylsäure . . 453

Salicin 453

Kresotinsäure 453

Die Gallus- und die Gerb- säuren 454

Gallussäure 454

Gerbsäure 454

iicrb*:nurekaltigü Pflanzen u. PdatizcuBiofrc 461

Die ßüclitigeti «1rth(*riffclißti Oele (Terpene und Kampherarten) 463

Terpentinöl 466

Kampher 474

Seite

Gemenge worKugswelie aroiiiatiHCIter Terliiii- -duii^en iii PftunKen«- und ThierflulmtonKefi . 482

Wohlgerüche 483

Rosen 484

Po mm eräugen . . ... . .484

Citronen 485

Bergamottm , 485

Benzofiharz 485

Yeilchenwurzel 485

LaTendelöl 485

RosmarinOl 485

Eucalyptol 486

Steinklee 487

Cumarin 487

Perubalsam ....... 488

TolubaUam 489

Styraxbalsam 489

Gewürze 489

Kümmel 491

Pfefferminz 491

Krauseminz 491

Wilder Thymian 491

Oar££uthym!ai] 491

Bertramwurzel 491

Kalmiiä 491

Wermuthkraiit 492

Ingwer ... * 492

Zimmt 492

Gewürznelken 493

Muskat 493

Vanille. ......... 494

Cascarillenrinde 494

Safran 494

Pfeffer 494

Den Schleimauiwurf be- fördernde aromatische

Mittel 496

Anis 496

Fenchel 497

Bibemellwurzel 497

Alantwurzel 497

Ammoniakgummiharz . . .497 Myrrhe ........ 498

Harn- und Schweisstrei- bende aromatische Mit- tel 498

a) Cubeben 499

Matico 499

CopaiTabalsam .... 499 Wachholderbeeren . . . 500 Petersiliensamen . . .501 Dillsamen 501

Inhaltsverzeichniss.

Seite

Liebstöckelwurzel .

. 501

Stiefmütterchenkräut

. 501

Blatta Orientalis .

. 501

b) Kamillen . . .

. 502

Melisse ....

. 502

Hollunderblüthen .

. 503

Lindenblütt^en . .

. 503

Schlüsselblumen .

. 503

c) Sassaparille . .

. 503

Chinawurzel . .

. 505

Queckenwurzel . .

. 505

Sassafras

. 505

Guajak ....

. 506

Klettenwurzel . .

. 506

Hauhechelwurzel .

. 506

Holzthee ... .

. 506

Bei nervösen Zuständen verordnete aromatische Mittel 506

a) Baldrian 506

Engelwurzel .... 508 Virgin. Schlangenwurzel 508 Beifusswurzel .... 508 Wohlverleih .... 508 Stinkasant 509

b) Moschus 510

Bibergeil 511

Zu Pflaster- and Sa

Ah

en-

massen verwendet

e aro-

matische Mittel

512

Fichtenharz

512

Mutterharz .

513

Elemi . .

513

Mastix . .

513

Damaraharz

513

Gemenge aromatliicher Verbindungen mit Mu- ren und 8&ure- Anhy- driden ¥on unbeliann- ter ciiemiflciier Oonsti-

tution 514

Hautreizende aromati-

Mittel 514

Senfsamen, schwarzer . .521

Allyl-Senföl 521

Butyl-SenfÖl 524

Löffelkraut 524

Diallylsulfid 524

Knoblauch ^24

Fliegen, spanische. . 524

Seidelbastrinde 528

Cardol . 528

Die abführenden aroma- tischen Mittel .... 52U

Seite Sennesblätter . ' . . . . 536

Cathartinsäure 536

Rhabarber Wurzel . . . .538

Jalapenwurzel 539

Aloö 540

Koloquinthen 542

Ricinus- und Crotonöl . .543

Tamarinden 546

Manna 546

Eingeweidewürmer töd- tende aromatische Mit- tel 546

Flores Cinae s. Santonici . 546

Santoninum 546

Natrium santonicum . . . 548

Reinfarren 549

Granatwurzelrinde. . . . 549

Wurmfarrenwurzel . . . 549

*Kossoblüthen . . .• . . 550

Kamala 550

Wehentreibende tische Mittel Mutterkorn . . , Sadebaumspitzen , Lebensbaum Eibenbaum . . . Rautenblätter . ,

551 551 558 559 559 559

BitterstolTe von sciiwa- clier piiysiolosiBCiier

WirlMamiceit 560

*Gentiana 564

Trifolium fibrinum . . .564 Herba Centaurii .... 564 Herba Millefolii .... 564

Quassia 565

Taraxacum 565

Carduus benedietus . . .566 Liehen Islandicus .... 566

Colombo 567

Anhang zu den Bitterstoffen . 567 Condurango 568

Oynnverbindungen . . . 571

Cyanwasserstoffs&ure . . .571

Die Alloaoide 579

Die Alkaloide der Chinarinden 584 Chininum 585

Die Alkaloide des Kaffeebaumes, des chinesischen und Paraguay- thees, der Guarana, der Cacao- höhnen, der CocabUtter . .611 •CaffeüQ 612

Inhaltsverzeichniss.

XI

Seite Die caffelnhaltigen Gennssmittel 618

Kaffee 6lB

Thee, chmesiieUer .... 622

Paraguayih^e 623

Guaranapaste 623

Theobromin 623

Cocain ........ 624

Cocamhaltiges Genassmittel . .629 Coca 629

Die Alkaloide des Opium . . 629 Morphin 630

Die übrigen Opiumalkaloide . 655

Narcotin 655

Narcein 655

Codeln 656

Opium 657

Anhang opiumfthnlich wirken^r

Mittel 666

Herba Cannabis indicae . .666 Herba Lactucae . . . .668 Glandulae Lupuli .... 669

Gelseminin 670

CJotorinden 671

Aspidosperma Quebracho und Aspidospermin .... 672

Apomorphin 674

Emetin 676

Ipecacuanha 678

€k)lchicin 680

Die Alkaloide der Tollkirsche, des Stechapfels und des Bilsen- krautes ... 682

Atropin 683

Hyoscyamin 698

Daturin 699

Duboisin 699

Die Alkaloide der Calabarbohne, der Jaborandiblätter und des Fliegenpilzes . .* . . . . 700

Physostigmin 701

Calabarin .708

Pilocarpin 708

Muscarin 713

Das Alkaloid des Tabaks . .716

Nicotin 716

Tabak 721

Lobelia inflata 725

Die Alkaloide des Curare, Co- nium, Cynoglossum, und die AlkylderiTate Tieler Alkaloide 725

Seite

Curarin 726

Coniin 731

Spartein 732

Die tetanischen Alkaloide der S um eil und Hiiideu verschie- d&fler Strychnosarten. der Igna-

tiuEbohnen uud des Opium . . 732

Strychnin 733

Die Alkaloide einiger Yeratrum-

arten 745

Veratrin. . ... . .745

Anhang zu den Alkaloiden . . 753

Aconitin 753

Pseudaconitin 754

Delphinin 754

Staphisagrin 755

OlycoBlde mit starker physlolo^iBCher Wir- kung;. . . ,

Die Glycoside des rothen Finger- huts, der Meerzwiebel und der grünen Niesswurzel . Digitalis ....

Scilla

Adonis vemalis Helleborus viridis .

756

756

758 768 769 769

Das Glycosid der Senega- und

Seifenwurzel 769

Saponin 769

Anhang 772

ProtelnstotTe 773

Eiweiss und Pepton .... 773

£iweia$haltige Nahrungs- und

Arzneimittel 778

Fleisch 778

Fleischlösung 778

FI eUchpaotroaskly stier . . 779

Fleischbrübo ..... 780

Fleiuclmafguss, kalter . . 780

Flötsch'Eitract 780

Eier 781

Blut 781

Milch 781

Milch, condensirte . . . 783

. Molke 783

Fleischpepton 784

PflanzenpeptoneiweisslGsung 785

Pepsin 785

Pepsinwein 786

Pancreatin ,786

XII

Inhaltsverzeichniss..

Seite

Leimhaltige Stoffe 786

Gelatina alba .'.... 787

CoIIa pisciam 787

Emplastrum adhaesivuin an- glicam -788

D»B Glycerln und die Fette 78i)

Glycerin 789

Fette 792

Fetthaltige Nahrungs- und Arz- neimittel aus dem Thierrcich . 799

Butter 799

Speck 799

Schweinefett 799

Talg 799

Leberthran 799

Wachsartige Substanzen aus dem

Thierreich 802

Bienenwachs 802

Wallrath 802

Fetthaltige Nahrungs- und Arz- neimittel aus dem Pflanzen- reiche 803

Olivenöl . 803

Mandelöl 803

Süsse Mandeln .... 803

Mohnöl 803

Mohnsamen 803

Hanfsamen 803

Leinöl 804

Leinsamen 804

B&rlappsamen 804

Fette aus dem Mineralreich . Vaseline americanum

Seite 804 804

KoMehydrate .; ... 805

Zuckerarten 805

Zuckerhaltige Mittel .... 807

Rohrzucker 807

Milchzucker '. 807

Traubenzucker . , . . . 808

Mannitzucker 808

Honig 808

Süssholz 808

Mohrrübe 809

Queckenwurzel 809

Stärke und stärke-Ahnliche Stoffe 809 Stärke 809

Stärkehaltige Mittel •. . . .811

Weizenstärke 811

.Kartoffelstärke 811

Pfeilwurzelstärke . . . .811 Arrow-Root. . . .811

Dextrin 811

Kindemährmittol . . . .812 Liebig*s Malzextrakt . . .812

Pflanzenschleim und Qumpii . 812

Pflanzenschleim- und gummi-

haltige Mittel 813

Salepwnrzel 813

Eibischwurzel 813

Liehen Carrageen . . . .814

Quittensamen 814

Gummi arabicum . . . .814 Gummi Tragacantha . . .814

PhArmAkologiflche lilte- ratur 8I5l

Druckfehler«

S. 4 IG, Zeile 10 von unten lies 85proc* statt 5proc.

Alkalien und die alkalisthen Erden«

Von den 5 Alkalimetalleii Kalium, Natrium, Lithium, Cä- sium und Rubitliura stehen nur die Hydroxyde (welche die stiirksien Ba^en sind und Alkalie^n genannt \v«*r(len) un*l dieSalzn der 3 erst genannten; von den Erdalkalim»?tallen nur die stark basischen Oxyde (die alkalisdien Erden) und die Salze von Calci »im lind Magnesium in medicinischer Anwendung.

Eine Anzahl der Alkalisalze ist normaler und nothwcndiger ßestandlheil des ihierischen Körpers; die meisten Organe und Flüssigkeiten desselben reagiren alkalisch. Eine besonders hervor- ragende Rolle in dem Ablauf der Lebensvorgänge spielen das Chlornatrium und Chlorkalium, sowie die kohlensauren und phosphorsauren V^erhindungeu drs Kalinm, Natrium und Calcium, wie aus folgender Zusammenstellung ihrer wichtigsten Beziehungen eihullen wird-

Es ist L wahrscheinliih, dass wenigstens einige Eiweiss- körper des Blutes durch das Alkali desselben in gelöstem Zustande erhalten u erden; denn es reagiren die im Blut gefun- denen Eiweisskorper stets alkalisch durch das von denselben lose gebundene Alkali; auch werden einige KiweisslÖsungen (Globuline) durch vorsichtige Neutralisation mit Essigsäure und gleichzeitige Verdünnimg mit Wasser in die unlösliche Modifikation übergeführt; ferner wird die Cocigulationstefnperatur des gelösten Albumins durclj Zusatz von etwas kohlensaurem Natrium erhöht, während sie aller- dings durch Zusatz anderer neutrakr Alkalisalze erniedrigt wird. Wetm auch durch Aronstein die Bedeutung der Alkalien für die Löslichkeit der Albumine problematisch geworden ist, so bleibt doch diese Bedeutung /.. ß. für das Faraglobulin bestehen, welches um so stärker ausgefällt wird, je mehr Salze seinen Lösungen durch Difl'usion entzogen werden.

Es ist *2. besonders klar von Liebig hervorgehoben worden, Sass die alkalische lieschall'enlieil des Blutes eine der ersteit Be- dingungen des organischen Verbrenn ungsprocesses, also der Wärme und des Stoffwechsels ist, indem erst durch vorhandenes freies Alkali viele organische Körper die Fähigkeit erhalten,

Notliuagel Rottbt&tt^ A»tieimUt«]]ohre. 4. AuJl. 2

DiP Alkalien und 4(> allialischen Erden*

sich mit Sauerstoff zu verbinrl<>n, nhn i^u verbrcimen, was sie bei der Körpertemperatur ohne 2\lkali nielit vermögen. So oxydirt sich der Alk(>hol in Anwesenheit eines freien Alkali bei gewöhnlicher Temperatur; ebenso Milch- und Traubenzucker, welche dann in gelinder Wärme sogar Jletalloxyden ihren SauerstolT ent- ziehen* Auch das gegen Ozon indifferente Glycerin wird liei Alkali- zusatz rasch oxydirt*

Dass diese Wirkung des Alkali auch innerhalb des lebenden Blutes stattfindet, kann man durch mehrere Thatsachen beweisen. I)ie äpftd-, (itronen-, weinsauren und andere pflanzensaure Sabse, welche wir im Obst geniessen, werden in unserem Blut so gut verlirannt, wie durch Fener, und erscheinen daher im Harn als kohlensaure Salze. Wenn man nun diese selben organischen Säuren für sich und niclii begleitet von alkalisclien Basen dem Magen ein- verleibt, so erscheinen sie zum grössten Theil unverändert und unverbrunnt im Harn wiedrr; flies gilt sogar für die so leicht ver- hrenoliche Gallus- und Weinsäure. Liebig fuhrt dieses verschie- dene Yerhältniss darauf zuriick, dass die neutriden pflanzensauren Salze die alkalische Beschalfenheit des Blutes nicht ändern, w^äh- rend die freien Säuren zum Theil dns Alkali des Blutes binden, und ihm auf diese Weise durch Minderung der Alkalicität die Fähigkeit rauben, die ganze aufgenommene Säuremenge zu sc^rbrennen; wäre das Blut, welches z. Ü. Gallussäure aufgenommen habe, stark alka- lisch geblieben, so hätte diese Säure zerstört w^erden müssen; freies Alkali und Sauerstoff seien unverlräglirh mit dem liestehen der GaUussäure,

3. Die Alkalien des Blutes haben ni< ht allein die Aufgabe, die mit der Nahrung aufgenommenen, sondern aucli die durch den Stoffwechsel in dem Kör()ergewebe selbst sich bildenden Sauren, z. B. ilie Kohlensäure, die Phos[diorsäüre zu binden. Es liilft so im lebenden Körper der grosse chemische (xegensatz des Alkali und der Säure zusannuen, um einerseits Stoffe in den Körper leichter einzufiiliren (Aufnalime des sauren Speisebrei in das alkalische Blut), andcrerseitis die lindproductc (Kohlensäure u* s. w,) aus der Zelle durch den ganzen Kreislauf hindurcli wieder nut den Secreten furlzuschaffen. Es ist diu* StotFwci'hsfd im Körper nur möglich durch die Gegenwirkung des Alkalt im Blut g*^gen die Säure der lebenden Zelle.

4. Da die Fette durch Ozon nur bei Gegenwart freien Alkali*s verseift werden, glaubt Gnru p-Besanez auch im lebrndeu Blute dem vorbarnlenen Alkali einen Kinfluss auf die Oxydatinn der Fette zuschreiben zu dürfen.

5. Aber auch im Leben der organischen Zelle spielen die Salze der Alkalien und alkalisehen Erden ihre wichtige, wenn auch weniger durchschaute Rolle. Das bedcutsun*ste organische Molekül, das Eiweiss, findet sieh im Ürganisnms nur ver i mit Salzen, namentlich phosphorsaurem Kalk. Es i^ielfi ohne

I)i> Allfnll(*n Jin^ die allralisclien Erden.

I

I I

TTiinemlisrhe Bostanritheile, und manche, wie die Knochenzelle, er- fiillt ilire AiifgalM\ das festo Gerüst des Körpers m sein, nur dureli ihren starken Salzgehalt.

Man kann Salze von vorwiegend phvsikaliseher Wiclitigkeit (phosphors. Kalk, -Magnesia, kohlensauren Kalk), welche die Festigkeit einiger Gewebe bedingen, und solche von vorwiegend rhnmischer Bedeutung unterscheiden (Chlornatrium, -kaliuni, phos- phorsaure Alkalien),

Es kann in Berücksichtigung dieser allgemeinen Gründe nicht auffallen, dass eine furtw^ahrende Zufuhr dieser Stoffe für das Leben absolut nothweiidig ist, dass sogar die Eiweiss- korper ohne Salze das Leben nicht zu fristen vermögen, und dass bei Mangel an Salzen in der Nahrung das Leben bald erlischt- Forst er hat in einer Reilie wTrthvoUer Unter- sindmiigen folgende That^achen über die Bedeutung der Salze für die Ernährung kennen gelehrt,

1. Der im StoQgleichgewicht befindliche thierische Körper be- darf zu