fOR THE PEOPLE

FOR EDVCATION

FOR SCIENCE

EIBRARY

OF

THE A/vlERICAN MUSEUM

OF

NATURAL HISTORY

BY GIFT QF

OGDEN MILLS

/ßoünda^l |A.M.N.H.|

Zeitschrift

6:6' 6 (^ajÄ

für die

Oesammten Naturwissenschaften.

Herausgegeben

von dem

Naturw. Vereine für Sachsen und Thüringen in Halle, redigirt von

€. Griebel und M. üieiürert.

Jahrgang 1863. f J^ g p A R V ,

Mit drei Tafeln.

Berlin,

Wiegandt u. Hempel. 1863.

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Original -Aufsätze.

C. G. Giebel, Limulus Decheni Zk im Braunkohlensandsteine bei Teuchern (Tf. 1) 64

, zur Anatomie von Vultur fulvus aus Chr. L. Nitzsch' hand

schriftlichem Nachlass mitgetheilt 131

, zur Osteologie der Gattung Ocypterus 140

, drei und zwanzig neue und einige bekannte Spinnen der

hallischen Sammlung 306

W. Heintz, über die Darstellung und Basicität der Diglycolamid- säure 121

H. Hornemann, die Bildung der Weinsäure und Traubensäure durch Einwirkung von Salpetersäure auf verschiedene Kohle- hydrate , 1

Th. Irmisch, einige Bemerkungen über Scilla autumnalis und Sc. bifolia (Tf. 2) 433

R. A. Philippi, Verzeichniss der im Museum von St. Jago befind- lichen chilenischen Orthopteren 217

, Beschreibung einer neuen Acridioide aus der argentini- schen Republik 444

M.Siervert, über Farbenveränderungen der Chromoxydsalzlösungen 501

, über Salpetersäurebestimmung 516

, über das Quecksilberoxyd 524

Ud. Söchting, zur Paragenesis des Glimmers 30

E. L. Taschenberg, Bemerkungen zu den Arten der Gattung

Pimpla bei Durchsicht der Gravenhorst'schen Typen .... 50

, die Schlupfwespenfamilie Pimplariae der deutschen Fauna

mit besonderer Rücksicht auf die Umgegend von Halle . . . 245 Vasquez und Bassols, Analyse einer dem Erdpech ähnlichen Sub- stanz gefunden in einer Höhle bei Catemu in Chile .... 447 L. Witte, die Vertheilung der Wärme auf der Erdoberfläche . . 401

Mittheilungen.

C. Giebel, Hypoderas Nitz = Hypodectes Filippi 79; Caridina siamensis n sp. 329; über Borsteneichkätzchen 452; der lithographirte lithographische Vogelsaurier 526. U. Kenngott, Analcim mit Des- min und Stilbit bei Andreasberg 452. L. Möller, der Erdfall bei Dachrieden unweit Mühlhausen 450. H. Richter, naturgeschicht- liche Beobachtungen bei Saalfeld 531. L. Richter, Analyse einer Hornblende von Brackendorf in Ungarn und einer Scheidungsmethode der Magnesia von Natron 68. M. Siewert, Analyse einer Amnions- flüssigkeit 146 ; über reines Zinkoxyd und über das Atomgewicht des Zinks 150; Untersuchung einer hydropischen Flüssigkeit; über das Oxalium ; Analyse eines Stassfurter Kalisalzes 77. G, Suckorv, über Metallreduktion 328. C. Zincken, das Braunkohlenlager von Latdorf bei Bernburg. (Tf. III) 330.

Literatur.

Allgeuieiiies* E. Hallier, Nordseestudien (Hamburg 1863) 533. C. Ilutlmann, das Grundgesetz der Materie (Oldenburg 1863) 533. Ofversigt kgl. Vetensk. Akad. Forhdl. XVIII. (1861) 330. Oversigt ovcr det kgl. danske Vid. Sclskp. Forbdi. (1861) 80. Kgl. svenska Vet. Acad. Handlgar III (1860) 331. H. Pompper, die wichtigsten Formen des Thierreiches (Leipzig 1863) 533. G. Ra- mann, die Erdbildung oder die Entstehung und Zusammensetzung

IV

der Erdrinde (Erfurt 1863) 81. G. Suckow, zur Naturwissenschaft (Berlin 1863) 532.

Astronomie u. Meteorologie. Cornelius, Meteorologie (Halle 1863) 151. Feuerkugel in NDeutschland am 7. Januar 82. G. Kratzsch, meteorologische Beobachtungen von Gera 455. G. von Möllendorf, die Regenverhältnisse Deutschlands 455. A, Mühry, klimatographische Uebersicht der Erde (Leipzig 1862) 81. Nonack, über die Gewitter 454. Schneider, merkwürdige Erscheinungen bei dem Gewitter am 26, April 1862 153. Schönfeld, Beobachtungen von Nebelflecken und Sternhaufen 454. ~ Simmler, Beobachtung des Zo- diakallichtes bei Chur 83. Simonett, meteorologische Beobachtun- gen in Splügen, auf dem Bernhardin und Julier 81. Simony, Wärmeverhältnisse "Wiens 82.

B^hysik. Angström, das Wärmeleitungsvermögen des Kupfers und Eisens bei verschiedener Temperatur 436. Aubert, die Sinnes- thätigkeit der Netzhaut 153. Berger, über Grundeisbildung 332; über Nebel 534. Dammer, Fiuorescenz der Wärme 83. Bove, das Hörbarmachen von Beitönen durch Interferenz 83. Feddersen, die electrische Funkenentladung 155. Fizeau, das Licht des in der Luft verbrennenden Natriums 332. Gassiot, die Wärmeentwickelung an den Polen einer voltaischen Batterie 536. Haerlin, das Verhal- ten einiger Farbstoffe im Sonnenspektrum 332. Kravogl, Quecksil- berluftpumpe 333. Lamy , das Thallium 333. Leroux, anomale Dispersion des Joddampfes 334. Mascart, Wellenlänge der Linie A 458. Merz, das Farbenspectrum 334. Mitscherlich , zur Spec- tralanalyse 334. Mohr, die Endigungen der Blitzableiter 85; über Flecks Beziehungen zwischen Atomgewicht und specifischem Ge- wichte 335. J. Müller, Bestimmung der Wellenlänge einiger hellen Spectrallinien 457. Paalzow, über die Glüherscheinung am positi- ven und negativen Pole bei der Entladung einer Leydener Batterie 453. Plücker, über recurrente Ströme und deren Gasspectra 86. S. Ringer, über die Aenderung der Tonhöhe bei Leitung von Tönen durch verschiedene Medien 458. Rood, das Studium des electrischen Funkens mittelst Photographie 335. H. Rose, Zusammensetzung eines fossilen Eies 336. Rüdorff, das Gefrieren des Wassers aus Lösungen 85. Sanier, Brechungs- und Zerstreuungsverhältnisse ei- niger organischer und unorganischer Substanzen 337. Schaffgotsch, specifische Gewichtsbestimmung fester Körper beim Schweben 157.

Schneider, Erzeugung von Tönen durch Wärme 337. Schrauf, Abhängigkeit der Lichtfortpflanzung von der Körperdichte 158. Tyndall, Strahlung und Absorption der Wärme durch Gase 160. Vogel, einfaches Verfahren mikroskopische Ansichten zu pbotographi- ren 337. Weiss, Spectralbeobachtungen 162. Wiederhold, einige Zersetzungen des chlorsauren Kalis durch katalytische Wirkung 162,

Zehfuss , eine mechanische Wirkung des elektrischen Funkens 163.

Zöllner, neue Art anorthoskopischer Zerrbilder 163.

Chemie. Arppe, die Azelainsäure 537. Bachmann, eine Lederscbmiere 175. Barth u. Hlasirvetz, neue Säure aus dem Milch- zucker 338. Baudrimont, Darstellung des Phosphorsulfochlorids 339. Bauer, Reaktionen des Bromamylens 164. Beilstein, Syn- these des Amylen und Porpylen 542; Einwirkung des Jodphosphors auf Glycerinsäure 87. Bereitung des Knochenmehles 463. C. Bischof, relative Schmelzbarkeit verschiedener Silikate 462. C. Bödeker, Darstellung der Wismuthsäure 458. Fr. Briegleb u. Geuther, über Stickstoffverbindungen 458.— Calvertvi. Johnson, Wirkung der Schwe- felsäure auf Blei 353. Cannizaro u. Rossi, die Radikale der aroma- tischen Alkohole, des Benzoe-, Cumin- und Anisalkohols 339. Carius, Entstehung der Schwefelessigsäure; Einwirkung des Selenphosphor auf Alkohol 538. Chevreul, Nachweis kleiner Mengen Oxalsäuren Kalkes durch salpetersaures Silberoxyd 88. Cloez, Wirkung des Chlors und Broms auf Holzgeist 340. Davanne u. Giraud, über

Sulfocyanammonium 463. Davidson, Einwirkung des Bromäthylens auf Pyridin 340. Delanue, Anwendung des Baryts bei der Melas- senreinigung 463. Liehl, Atomgewicht des Lithiums 165. Du- four, das spec. Gewicht des Eises 538. Eliot u. Stör er , chromsau- res Chromoxyd und analoge Chromate 165. Erdmann, Erkennung der Blutflecke in forensischen Fällen 341; zum Nachtheil organischer Alkaloide 88. Eylerts, chemische Untersuchung der Runkelrübe in verschiedenen Wachsthumsperioden 340. Fleury , Umwandlung des Harnstoffs in Rhodanammonium 459. Frankland, neue Borenthal- tende organische Verbindungen; die Entzündungstemperatur des Stein- kohlenleuchtgases 539. Freund, zur phenylschwefeligen Säure und der Phenylschwefelsäure 341. Friedet u. Machura, Brombuttersäure 86. Geuther u. Forsberg, über krystallisirte wolframsaure Salze insbesondere künstlichen Wolfram 89. Geuther, Einwirkung von Phosphorchlorid auf einbasische organische Säuren ; Zersetzung des Chloroforms durch alkoholische Kalilösung 459. Graham, Transpi- ration von Flüssigkeiten 459. Gilmer , Identität von Melampyrin und Dulcit 438. Günsherg , die im Wasser löslichen ßestandtheile des Weizenklebers 350. Haneberg, Stohmann u. Rautenberg, Unter- suchung des Harns der Pflanzenfresser 540. Harbord, über Amido- benzoesäure und über das Rautenöl 540. Hague , der Guano von den Inseln des stillen Oceans 95. Hirsch, Reinigung des Fuselöles 175. Hlasirvetz, einige Xanthinsäureverbindungen 342. A. Huse- mann, über Rhodanammonium und einige Harnstoffe 495; über Ae- thylsulfocarbonat 460. Kemper , Analysen einiger kampfersauren Salze 165. Kolbe, chemische Constitution des Asparagins und der Asparaginsäure 342. Korovaef, der Kischtim-Parasit, neues Mine- ral 343. Kraute, die Aether der Mellithsäure 166. Kromayer, über das Syringin 343; das Enzianbitter 344. Landolt, Stibmethyl- verbindungen 90. Lenssen, chemische Verbindungen 176; eine Dif- fusionserscheinung 345. Lerch, die aus Kohlenoxyd darstellbaren Säuren 541. v Liebig, Darstellung von Jodlithium, Jodcalcium, Jod- kalium, Jodnatrium 345. Zinnemann, Bildung des Mannits aus Zucker 460. Zoewenthal u. Lenssen, chemische Untersuchungen 344. von Lourengo , die Polyäthylenalkohole 345. Luchs, über Collo- diumbereitung 464. Lucknorv, die Cochenilletinktur und ihre An- wendung in der Alkali und Acedimetrie 91. Ludwig , Chemisches der Pilze 166; aus dem Laboratorium des chemischpharmaceutischen Institutes 345. 3Iartius, rothe Tinte früherer Jahrhunderte 166. Matthiesen u. v. Rose, einige Goldzinnlegirungen ; die Bleizink- und Wismuthzinklegirungen 91. Mayer, genaue Bestimmung der Alka- loide mittelst einer Massflüssigkeit aus Quecksilber 353. Mehla, Berberin in Hydrastis canadensis 166. Mendius, neue Umwandlung der Nitrite 106. Menetries, die bei der Einwirkung von Bromäthy- len auf Strychnin entstehenden Verbindungen 346. Meynier, schwe- felsaures Eisenoxydulammoniak 354, Moitissier, das Camphorylchlo- rid 167. Ed. Müller, zur Kenntniss der Untersalpetersäure 347. Millon u. Commaille, gänzliche Reinigung des Silbers 354. Neubauer, über Kreatinin 168. Niepce, Wirkungen der Electricität und des Lichtes 92. O'Neil, Anwendung des Kampfers 354. Oppenheim, über Münzenkampfer 168. Overbeck, dreizehn Fragen über Merkur 168. Parmelee, Vulkr^nisirung des Cautchoucs 354. Peckoldt, der Bitterstoff der Samen von Feullea cordifolia 349. Pettenkofer, Dar- stellung des Jodkaliums mittelst schwefelsauren Kalis 349. Petzold, zur Naturgeschichte der Torfmoore 349. - Plcischl, Auflöslichkeit des Bleies aus Bleizinnlegirungen 176. Riche, Phensäure und Benzin 349. Rieth u Reilstein, Darstellung von Zinkäthyl 461. Synthese des Amylen und Porpylen 542. Ritthausen, die ßestandtheile des Weizenklebers 350.— Rochleder, über Saponin und Caincin und deren Spaltungsprodukte 350. Roscoe, über den Ueberchlorsäureäther 42. Rommieu, der grüne Farbstoff französischer Kreuzdornar-

VI

ten 92. Rubel, krystallisirbarer mannitähnlicher Stoff aus Evony- mus europaeus 169. de la Rue u. H. Müller , über Terephtalsäure und deren Derivate 169. Salm- Hör stmar, die Nothwendigkeit des Lithions und Fluorkaliums zur P'ruchtbildung der Gerste 351. Sauer- roein, Methode der Unterscheidung des künstlichen Kampfers vom na- türlichen 178. Schiff, Chromsuperoxyd in Chromsäure 92; Löslich- keit der Salze 542. R. Schmidt, über Sulfanilidsäure und Amido- phenylschwefelsäure 169; die Reproduktionsprodukte des Nitroazoxy- benzids 351, Schoenbein, Verhalten des Chlors, Jods und Broms zum wässerigen Ammoniak und den alkalischen Oxyden 92; Vermö- gen des Jodkaliums freies Jod gegen die Einwirkung freien Kalkes zu schützen 93; Verhalten der Superoxyde des Wasserstoffs und Bar- yums zum Jod und Jodstickstoff; Verhalten des Jods zum Stärkeklei- ster und reinem Wasser bei höherer Temperatur; Verhalten des Al- dehyds zum Sauerstoff 94; einige durch die Haarröhrchen Anziehung des Papiers hervorgebrachte Trennungswirkungen 95; Erzeugung sal- petersauren Ammoniaks 542. Schröder, die höhern Oxydationsstu- fen des Wismuths 172. Schur , Fabrikation von Milchglas 464. Schrvanert, über Camphren 544. Seekamp, Zersetzung der Oxal- säure durch Sonnenlicht 351. Simpson, Synthese der Bernstein- säure und Fyronv^einsäure 173. Stein, das Fflanzengelb und ver- wandte Körper 174, Stenhouse, Larixinsäure 461 Strecker, Be- standtheile der Schweinegalle; Zersetzung des Caffeins und AUoxans 543; eine dem Chinin isomere Basis aus Cinchonin 544. Thiel, die Musenarinde 175. Troost, Aequivalentgewicht des Lithiums 544. Vogel, Mittheilungen aus dem Laboratorium 177. Le Voir , Ammo- niakgehalt des destillirten Wassers und Eisenoxyd im statu nascenti 95. Wildenstein, Analyse der heissesten Mineralquelle zu Burt- scheid 352. Weil, das Petroleum von Pennsylvanien 354; Erdpeche von Cuba 355. Wertheim, über Coniin 461. Wittstein, die Farbe der Briefoblaten 178. Wood, neue Eigenschaften des Cadmiums 178.

Wurtz, Bildung des Alkohols aus Aldehyd 462; die Oxäthylenba- sen 352. Zinin, das Hydrobenzoin 353; 462.

©eol«sg:Be. Auerbach, der Kalkstein von Malöwka 362. V. Benningscn-Förder , das nordeuropäische und besonders das vater- ländische Schwemmland (Berlin 1863) 544. Coquand, neue Etage in der untern Kreide 361. v. Dechen, vulkanische Hügelgruppe bei Ochtendung; Lagerung zweier Lavaströme über einander bei Nieder- mendig 188. Feistmantel, untersilurischer Kalkstein in Böhmen 362.

Fuchs, der Granit des Harzes und seine Nebengesteine 179. Gesner, Steinölquellen in NAmerika 361. v. Hauer u. Stäche, zur Geognosie Dalmatiens 360. Heymann , geschlossene Hohlräume in den Felsen 466. Jokely , Quader und Pläner im Bunzlauer Kreise Böhmens 99. Karrer, Lagerung der Tertiärschichten am Rande des Wiener Beckens 546. Lipoid, Paralelle des Barrandeschen Silursy- stems und des englischen 182. Möhl, das Auftreten des Basaltes bei Marburg (Halle 1863) 549. Oppel, jurassische Posidonomyengesteine in den Alpen 359. Paul, Kreide des Königgrätzer und Chrudimer Kreises in Böhmen 359. Pichler, zur Geognosie Tyrols 183. Pis- sis, Geologie der Cordilleren zwischen dem Copiapo und Chompaios.

Fr. Roemer, geognostische Verhältnisse bei Constantinopel 465. Rammeisberg , über den letzten Ausbruch des Vesuvs 97. Röthe, krystallinisehe Gesteine im Riess 357. Schloenbach , Schichtenfolge des untern und mittlen Lias in NDeutschland 356. v. Strombeck, Kreide am Zellberge bei Lüneburg 358. Suess, der Boden der Stadt Wien (Wien 1862) 102; die einstige Verbindung NAfrikas mit SEuropa 345. Tschermak, die Diabase und Porphyre am Harz 469. Ver- sunkener Wald 36.8. Vogelsang, Kugelporphyr und Kugeldiorit von Corsika 188. Wenkenbach , die Ergänge an der untern Lahn und dem Rhein 185. Zittel, die obere Numulitenformation in Ungarn 184.

vn

Oryctognosie. -ß. Blum, neues Zwillingsgesetz vom Or- thoklas 472; dritter Nachtrag zu den Pseudomorphosen (Erlangen 1863) 549. Böttger, vanadinhaltiges Bohnerz von Salzgitter 368. Da- mour , TscheflFkinit von Coromandel 368; Lherzolith 471. v. Be- cken, Mineralien am Laacher See 193. Goebel, das Erdessen in Persien und Analysen solcher Substanzen 102; Analyse der Zinkblühte von Tafl. 103. Haidinger, Pseudomorphosen von Glimmer und Cor- dierit 190. Heymann, Pseudomorphosen von Glimmer und Andalu- sit 191; Grengesit im Melaphyr bei Herrstein; Mineralien aus dem Golddistrikt Australiens 191. Holmberg, Analyse des Bonsdorffit 472. Metaxoit und Pikrofluit 367. v. Hornberg , mineralogische Notizen 104. Kenngotf, über Staurolith, Disthen, Argentit, Rutil, Scheelit 369. v. Kokscharow , Alexandrit 105. Meteorsteinfall bei Manovr 365 Mitscherlich , Zusammensetzung des Turmalins, Glim- mers, der Hornblende und des Staurolith 370. Pisani, Spinell von Migiandone bei Ornavasso 472. Pusyrervski, russische Apatite 470. Rammeisberg, Analyse des Scolopsit 369. Reichardt, neues Vor- kommen von Polyhalit 371. v. Rath, Epidotkryställe aus dem Zil- lerthale; Granat am Gotthardt 192; Turnerit im Tavetsch 193. G. Rose, Asterismus der Krystalle 364. H. Rose, Zusammensetzung der Niobhaltigen Mineralien 366. Sartorius, Berechnung der quan- titativen mineralogischen Zusammensetzung der krystallinischen Ge- steine (Göttingen 1862) 105. Schmidt, der Fichtelit 104. Schrauf, zur Charakteristik des Anhydrits 364; der Meteorit von Alessandria 865. V. Shaffschenskorv , der Paligorskit 397. Tamnau, thoniger Sphärosiderit von Ponoschau 103 Tschermak, Grundriss der Mine- ralogie (Wien 1863) 548. Ulrich, Kalkspath im Granit des Oker- thales 105. 0. Weber, über Moosachate 193. Zirkel, Monographie des Bournonit 194.

Palaeontologie. Biedermann, Cheloniens tertiaires des en- virons de Winterthur (Winterthur 1863) 556, Davidson, Brachiopo- den der untern Kohlenformatian von Neuschottland 556, Gaudry, der fossile Affe von Pikermi 108. 376. Goeppert, über Stigmaria ficoides 105. Goldenberg, Pflanzenversteinerungen des Steinkohlen- gebirges von Saarbrücken III Heft (Saarbrücken 1862) 194. Güm- bel, die Dachsteinbivalve und ihre alpinen Verwandten 196. Hell- mann, die Petrefakten Thüringens Heft 2. 3 (Cassel 1862) 199. Huxley, neuer Pygocephalus 374; neue Labyrinthodonten des Kohlen- gebirges 375. Kner u. Steindachner , neue Beiträge zur Kenntniss der fossilen Fische Oesterreichs (Wien 1863) 374. Kirby, über per- mische Arten 107 ; neue Chitonen im Bergkalk 374. Lesquereux, Pflanzen der nordamerikanischen Steinkohlenformation 372. Lud- roig, zur Paläontologie des Ural (Cassel 1862) 199. v. d. Mark, fos- sile Fische, Krebse und Pflanzen aus der Kreide Westphalens 555. Mayer, systematische Uebersicht der jurassischen Belemniten 372. Oppel, paläontologische Mittheilungen (Stuttgart 1862) 177. Orven, Reptilien des Kohlengebirges 375. Schafhäutl, Südbayerns Lethaea geognostica (Leipzig 1863) 472. Schenk, Pflanzen des lithographi- schen Schiefers und des Keupers 195. Stolizka, oligocäne Bryozoen von Latdorf 106. A. Wagner, Monographie der fossilen Fische aus dem lithographischen Schiefer Bayerns (München 1863) 552. 0. We- ber, Pflanzen im vulkanischen Tuff der Vordereifel 196. Würtem- herger, Tertiärpflanzen aus dem Klettgau 106. v. Zittel, zur Paläon- tologie von Neuseeland 397.

Botanik. Ascherson, Vegetationslinie der Mark 380; frei- willig eingewanderte Pflanzen in die deutsche Flora 377. E. de Berg, Additamenta ad Thesaurum Literaturae botanicae altera 206. Brandts, Baum Vegetation in Indien 378. Bolle, neue Umbelliferengattung 478. Caspary, die Gefässbündel der Pflanzen 200; Bastard von Di- gitalis purpurea und lutea 205. Chatel, nouvelles observations sur la maladie dela pomme de terre (Caen 1860) 557, Garcke, die Ver-

VIII

■wandtschaft von Carex spicata 478; Flora von Nord- und Mittel- deutschland 6. Aufl. (Berlin 1863) 384; zur hallischen Flora 478. Grantzorv, Aster salicifolius 477. Hoffmann, mykologische Berichte; Sylloge der hessischen Pilze 380. Jodin, Oxydation durch Schim- melpilze 380. Irmisch, über Trifolium lupinaster 381 ; zur verglei- chenden Morphologie 558. Jese, zur Flora des Oderbruchs 475. Kabsch, Haare des Samenschopfs von Asclepias syriaca 378. Kanitz, Pflanzen Pannoniens etc. 378. Karsten, Entwickelungserscheinungen der organischen Zelle 558. Lasch, Bastarde von Dianthus carthu- sianorum und arenarius 475; über Verbascumarten 382. Liehe, geo- graphische Verbreitung der Schmarotzerpflanzen 378. Lindenberg, die Torfmoore 377. Miers , über Ephedra 108. Möhl, morpholo- gische Untersuchungen über die Eiche (Cassel 1862) 201. Nobbe, Verästelung der Pflanzenwurzel 379, Nylander, Diatomeen 379. Regel, blühende Palmen 204. U. G. Reichenbach , neue Orchideen 557. Sanio, Gerbstofi" in Holzflanzen 377; die Elementarorgane des Holzkörpers 480. v. Schlechtendal , über Beschorneria 379. Schultz -Schultzenstein, seltene Pflanzen der Mark 380; Analyse des Bodens der Salzlacke bei Nauen in botanischer Beziehung 477. Schumann, preusische Diatomeen 199. Seemann, Flora der Fidji- inseln 377. Seidekultur auf Java 379. Treviranus, unvollkommene Befruchtung 202; ungewöhnliches Blühen der Agave americana 203; Aufl"assung der Dichogamie 377. v. üechtritz, neue Beiträge zur Flora V. Halle 478. Wimmer, salicologische Beiträge 109.

2^oologie. Adams, neue Genera Conchylien 385; japanische Brachiopoden 387. Allmann, über Hydroiden 385. Altum, die Nahrung unserer Eulen 394. Benson, neue Landschnecken von Cey- lon und Indien. 387. Blackrvell, Spinnen von Rio Janeiro 389. Blanford, indische Helix und Nanina 386. Boeck, Spinnen der No- vara-Expedition 389. Brunner, Orthopteren der Novara-Expedition 389. Boll, Rennthiergeweihe in Meklenburg 212. Bucholz, Ana- tomie des Enchytraeus und die bei Königsberg vorkommenden Arten 207. Canestrini, neuer Ophicephalus 112. Clark, neue mexikanische Hydroporen 112. Cornelius, Libellenzug bei Elberfeld 208. Costa, neue Mittelmeerfische; Bursinia neuer Fulgoride; Nephrosia neuer Dyctiophore 112. Eberth , Myoryctes Weissmanni 111. Filippi, Lebister neuer Cyprinodont 112. Finsch, Turdus pallidus und T. obscurus 393. v. Frauenfeld, Bithynia und Nematura 387; neue österreichische Trypeta 390; das Lebendiggebären des 01m 482; Höh- lercarychien und neue fossile Paludinen 386. Gould , Chlamydera guttata n. sp. 395. Gray, neue Paragorgia 110; neues System der Crokodilier 113. Grube, Anceus und Praniza 388. Günther, neue Fische von Victoria; neue Fische und Amphibien des britischen Mu- seums; neue australische Batrachier; neue Schlange 390. v. Heug- lin, zur Ornithologie NOAfrikas 393. Hinks, neue britische Hydroi- den 385. Jeiteles, die Süsswasserarten von Cottus 211. Johnson, neue Fische von Madeira 390. Mousson, Binnenconchylien im Orient 386. Peters, über Cercosaura (Berlin 1862) 390; Schomburgks Am- phibien von Adelaide 392. Reeve, über Crania und Orbicula 110. Schödler, die Lynceiden und Polyphemiden um Berlin 208. M. Schnitze, das Protoplasma der Rhizopoden und die Pflanzenzelle (Leipzig 1863) 480. Steindachner , ichthyologische Mittheilungen 210; 2 neue Batrachier 211. Strauch, chelenologische Studien (Pe- tersburg 1862) 560. Struck, Amphibien bei Dargun in Meklenburg 211. Theobald, über einige Alpenmäuse 212. Wallaee, neue Vö- gel von Neu Guinea 393. Weissmann , Entstehung des vollendeten Insekts in Larve und Puppe (Frankfurt 1863) 559. Wicke, ist der Sperling schädlich? 394.

Correspondenzblatt für Januar 115—120.— Für Februar 218—216. Für März, April 395—400. Für Mai 483—500. Für Juni 562—564.

Zeitsclirif't

für die

Gesammten Naturwissenschaften.

1863. Januar. JW

Ueber die Bildung der Weinsäure und Traubensäuro

durch Einwirkung von Salpetersäure auf verschiedene

Kohlehydrate

vou

H. Hornemann.

Bereits im Jahre 1837 hatte Erdmann *) durch Ein- wirkung von Salpetersäure auf Rohrzucker und Gummi eine Säure erhalten, die er mit der kurz vorher von Guerin Varry^) entdeckten Hydroxalsäure identisch erklärte und über deren Bildung er die Angabe machte, dass die zur Hälfte mit Kali gesättigte Lösung, die er durch Oxydation von Zucker und Gummi erhalten, bei längerem Stehen sau- res wein saures Kali fallen lasse und dass demnach die Zuckersäure nach und nach in Weinsäure übergehe. In Folge einer Untersuchung, die Hess und Thaulow ^) mit dem durch Oxydation von Zucker erhaltenem sauren KaHsalze angestellt hatten, Wonach sie dasselbe als saures zucker- saures Kali constatirten , nahm späterhin Erdmann seine früher ausgesprochene Ansicht über die Bildung der Wein- säure insofern zurück, als er in einer Nachschrift *) zu den Ver- suchen von Hess und Thaulow erklärte, dass er der irrigen Meinung gewesen sei, dass jenes Salz, aus dem er die mit der Hydroxalsäure identische und von ihm für Weinsäure

') Annalen der Chemie und Pharraacie Band 21 pag. 1. *) Dieselben Band 8 pag. 24.

») Dieselben Band 27 pag. 113 u. Band 30 pag. 302. *) Erdmanns Journal für praktische Chemie Band 15 pag. 480. XXI. 1863. 1

gehaltene Säure gewonnen habe, wohl saures zuckersaures Kali gewesen sei.

Es wurde damit die erste Angabe Erdmann's allgemein für einen Irrthum gehalten , bis Liebig *) später diesen Ge- genstand wieder aufnahm. Er behandelte Milchzucker, Gummi, Rohrzucker und Traubenzucker mit Salpetersäure und erhielt wenigstens aus den beiden ersten wirklich Weinstein, in Folge dessen er sich über jene von Erdmann gemachte Angabe dahin aussprach, dass das von demselben abgeschiedene saure Kalisalz ganz gewiss, da er jetzt wenn auch nicht aus Rohrzucker, so doch aus Milchzucker und Gummi Weinsäure erhalten habe, Weinstein gewesen sei. Nachdem Liebig somit die Bildung des Weinsteins aus Zucker constatirt hatte, warf er zugleich die Frage auf, ob die Weinsäure und Zuckersäure gleichzeitig aus dem Milchzucker oder ob zuerst Zuckersäure und aus dieser dann Weinsäure gebildet werde. Da er selbst verhindert war, darüber Ver- suche anzustellen , so sprach er nur die Vermuthung aus, dass Letzteres wahrscheinlich statt habe, weil mit Zunahme der Zuckersäure desto weniger Weinsteinsäure und umge- kehrt mit Zunahme der Weinsteinsäure desto weniger Zucker- säure entstehe.

Dieser Ansicht trat auch Heintz^) in seiner „Unter- suchung über die Konstitution der Zuckersäure und Wein- steinsäure" bei, modificirte sie jedoch insoweit, als er sagte, dass allerdings nicht zu bezweifeln sei, da aus dem Milch- zucker neben Schleimsäure auch Zuckersäure gebildet werde, dass aus dieser dann Weinsteinsäure entstehen könne, dass jedoch, wie er durch den Versuch nachgewiesen habe, auch Schleimsäure in Weinsteinsäure übergehe, und dass, da bei der Einwirkung von Salpetersäure auf Milchzucker viel mehr Schleimsäure als Zuckersäure entstehe, wohl anzuneh- men sei, dass die grösste Menge der von Liebig gefundenen Weinsteinsäure aus der Schleimsäure entstanden sei, womit zugleich der Umstand in Einklang zu bringen sei, dass bei Anwendung von Rohrzucker, der doch reichlich Zuckersäure

*) Annalen der Cliemie u. Pharmacie Band 113 pag. 1. 2) Bericht der Academie der Wissenschaften zu Berlin 1860 pag. 283 291.

bilde, Liebig keine Weinsteinsäure hatte bemerken können. Er erklärt dann die Bildung der verschiedenen Producte der Salpetersäure auf Milchzucker in der Weise, dass zu- nächst durch Einwirkung der Salpetersäure Schleimsäure, und aus dieser durch fernere Einwirkung der Salpetersäure Wein- steinsäure entstehe, dass dann der übrige Theil des Milch- zuckers durch die Salpetersäure, die hier zugleich als soge- nannte Contactsubstanz wirke, in Traubenzucker umgewan- delt, darauf durch Oxydation in Zuckersäure und weiter dann in Weinsteinsäure umgesetzt werde.

Gegen diese Ansicht trat Carlet^) auf. Derselbe hatte Schieimsäure und zwar ausschliesshch die durch Oxydation des Milchzuckers gewonnene der Behandlung mit Salpeter- säure unterworfen und unter den Oxydationsproducten nur Traubensäure ohne jede Beimengung von Rechtsweinsäure erhalten. Da nun durch die Oxydation des Milchzuckers Rechtsweinsäure mit ganz geringen Mengen Traubensäure entsteht, die nach Carlet im Anfange der Operation aus der Schleimsäure gebildet wird und in der Mutterlauge von der auskrystallisirten Weinsäure zu suchen ist, so glaubte Carlet damit bewiesen zu haben, dass die bei dem Versuche Lie- bigs auftretende Weinsäure nicht aus der vorher entstande- nen Schleimsäure gebildet sein könne.

Ausser der Schleimsäure hatte Carlet^} darauf auch Dulcit und Mannit der Oxydation mit Salpetersäure unter- worfen und aus beiden wie aus der Schleimsäure nur Trau- bensäure erhalten. Da nun Dulcit und Mannit und wie Carlet in seiner Arbeit angiebt auch die Schleimsäure sich vollkommen inactiv gegen die Polarisationsebene verhalten, so glaubte Carlet daraus, dass das aus denselben erhaltene Product wiederum optisch inactiv sei, die Folgerung ziehen zu dürfen, dass überhaupt die optische Eigenschaft eines Körpers in directer Beziehung zu der rein chemischen Ei- genschaft stehen müsse.

Man hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass optisch wirksame Körper die betreffende Eigenschaft nicht nur iri ihren Verbindungen , sondern auch durch ganze

'J Journal de pharmacie et de cMmie 40, 292. >) Compt. rend. Tom. 51 pag. 137.

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Reihen ihrer chemischen Umsetzungsproducte beibehal- ten. Es wäre dafür als Beispiel anzuführen, dass die verschiedenen optisch wirksamen Zuckerarten dieselbe Ei- genschaft in ihren Verbindungen mit Kochsalz zeigen, ferner, dass die beiden optisch yerschiedenen Campher die betreffende Eigenschaft nicht nur in ihren Oxydationsproducten, den Camphersäuren, sondern auch in deren Derivaten den Methyl- und Aethylcamphersäuren beibehalten. Wenn nun auch diese im Ganzen doch vereinzelten Thatsachen zu zeigen scheinen, dass öfter eine gewisse Beziehung zwischen den optischen und chemischen Eigenschaften besteht, so berechtigen dieselben doch keineswegs dazu, ein bestimm- tes Gesetz darüber auszusprechen. Namentlich gilt dies für die von Carlet gemachte Hypothese, nach der zwischen den verschiedenen Zuckerarten, Weinsäuren und deren Zwischen- gliedern die Gesetzmässigkeit herrschen soll, dass die Links und Rechts drehenden Zucker in Links- und ßechtsweinsäure, die inactiven in die inactive Modification der Weinsäure die Traubensäure übergehen müssten, eine Annahme, die zu widerlegen ich unter Berücksichtigung der von Liebig und Heintz erhaltenen Resultate die folgenden Versuche ge- macht habe.

Versuch mit Milchzucker.

Es wurde nach den Angaben Liebigs 1 Theil Milch- zucker mit 2V2 Theilen Salpetersäure von 1,32 spec. Gew. und 272 Theilen Wasser so weit erwärmt, bis eine lebhafte Entwicklung von Kohlensäure und den Zersetzungsproducten der Salpetersäure eintrat. Wenn man mit grösseren Men- gen arbeitet, so wird durch die bedeutendere Erhitzung der Masse schon gleich im Anfang der Operation viel Oxalsäure gebildet. Man thut deshalb gut, die erste heftige Einwir- kungin kleineren Quantitäten vor sich gehen zu lassen. Ich habe bei Verarbeitung von 1 Pfund Milchzucker denselben in Quantitäten von je 4 Unzen in mehreren Kochflaschen so weit erwärmt, bis die heftige Reaction eintrat und dann dieselben sofort in kaltes Wasser gestellt. Es dauerte dann gar nicht lange, bis die stürmische Gasentwicklung aufhörte, worauf dann die einzelnen Quantitäten zusammengegossen

und nun gemeinsam in einem Glaskolben bei einer Tem- peratur von 60 bis 80° C. erwärmt wurden. Man wählt dazu einen Glaskolben mit langem Halse, dessen Oeffnung man mit einem Trichter verschliesst, es entweicht dann bei der angegebenen Temperatur so wenig Wasser, dass man bis zu Ende der Operation keinen Zusatz von Wasser zu machen hat. Wenn man sehr vorsichtig arbeitet, so kann man, was schon Heintz bei der Oxydation des Rohrzuckers durch Sal- petersäure beobachtet hat, die Bildung der Oxalsäure fast ganz vermeiden, wenigstens habe ich einmal auf diese Weise eine Flüssigkeit erhalten, die ganz frei von Oxalsäure war. Dass ich auf die Verhütung der Bildung der Oxalsäure so grosses Gewicht lege, hat darin seinen Grund, weil, wie wir nachher sehen werden, sich neben der Weinsäure ganz bedeutende Mengen Traubensäure bilden, die wegen ihrer grossen Aehnlichkeit in Bezug auf ihre Reactionen mit der Oxalsäure sehr leicht zu Irrungen Anlass giebt und deren Abscheidung auch mancherlei Schwierigkeiten zur Folgß hat. Ganz besonders muss man vorsichtig sein, die Tem- peratur nicht zu hoch werden zu lassen, wenn auch der Process dann bedeutend verlangsamt wird.

Liebig lässt, nachdem sich der grösste Theil der Schleim- säure abgeschieden hat, noch ein Viertel der angewendeten Salpetersäure zusetzen, mian kann ebenso gut von vornherein die ganze Menge Salpetersäure anwenden, es wird, wenn man nur die Temperatur mässigt, auch dann nicht mehr Oxalsäure gebildet.

Die nach und nach sich abscheidende Schleimsäure kann man entweder abfiltriren oder auch in der Flüssigkeit lassen, da dieselbe von einer Salpetersäure von der Stärke, wie sie zu dem Versuch angewendet wird, nur wenig ange- griffen wird.

Sobald die Flüssigkeit sich zu bräunen anfängt, setzt man kleine Mengen Salpetersäure hinzu , wodurch dieselbe, wenn damit nicht zu lange gezögert wird, sehr bald wieder hell wird. Hat man jedoch den richtigen Zeitpunkt [ver- säumt, 80 hält es sehr schwer die Flüssigkeit vollständig wieder zu entfärben, auch wenn man grössere Mengen Sal- petersäure zusetzt. Gewöhnlich bildet sich dann viel Oxal-

säure, so-vt^ie es in diesem Falle schwer hält einen farblosen Weinstein zu erhalten.

Man prüft nach Liebigs Angabe öfters die Flüssigkeit mit Kalilauge, die zu Anfang der Operation eine dunkle Färbung hervorbringt, bis dieselbe am Ende fast vollständig aufhört; ich habe bis zum Eintreten dieser Reaction durch- schnittlich drei bis vier Tage gebraucht.

Nach Liebigs Angabe soll man nun die Flüssigkeit in zwei Theile theilen, den einen mit kohlensaurem Kali sätti- gen und dann den anderen zugiessen, worauf die Flüssig- keit nach längerem Stehen Krystalle von saurem weinstein- sauren Kali absetzen soll. Dies geschieht jedoch nur sehr selten, je nach dem Gehalte der Flüssigkeit an freier Sal- petersäure, Gewöhnlich ist davon noch so viel in der Flüssig- keit vorhanden, dass der gebildete Weinstein davon in Lö- sung gehalten wird. Versucht man denselben durch Zusatz von Alkohol abzuscheiden, so scheidet sich gewöhnlich salpetersaures Kali aus, ehe nur ein geringer Niederschlag von Weinstein erfolgt.

Ich schlug deshalb zur Abscheidung der Weinstein- säure einen andern Weg ein. Es wurde die saure Flüssig- keit nach dem Verdünnen mit der 4- bis 5 fachen Menge Wasser mit neutralem essigsauren Bleioxyd so lange ver- setzt, als darin noch ein weisser Niederschlag gebildet wurde. Es wurden dadurch die Bleisalze der Oxalsäure, Zuckersäure und Weinsteinsäure gefällt. Dieser gemengte Niederschlag wurde gut ausgewaschen, was sehr leicht zu bewerkstelli- gen ist, wenn man dazu Wasser verwendet, das man bis auf 50° C. erwärmt hat, so wie sich auch der Niederschlag besser abscheidet, wenn man die Flüssigkeit vor der Fällung bis auf diese Temperatur erwärmt hat ; von diesem Nieder- schlag wurden ungefähr Ys durch Schwefelsäure und darauf das erhaltene Filtrat "mit dem zurückbehaltenen Bleisalz durch Schwefelwasserstoff zerlegt. Man erreicht durch diese Manipulation dasselbe, als wenn man den ganzen Nieder- schlag durch Schwefelwasserstoff zersetzt hätte, indem man nun die Säuren fast ganz frei von Farbstoff erhält, der durch das zuletzt entstandene SchwefelWei mit niedergerissen wird.

Die Zersetzung durch blosse Schwefelsäure ist aus zweierlei Gründen nicht anzurathen, weil man erstens eine sehr stark- braun gefärbte Flüssigkeit erhält, die sich nur äusserst schwierig mit Knochenkohle entfärben lässt, und weil man zweitens dann Gefahr läuft, freie Schwefelsäure in die Flüssigkeit zu bekommen, die nachher beim Etndunsten leicht eine Zersetzung der Weinsäure herbeiführen könnte.

Nachdem man durch Kochen den Schwefelwasserstoff entfernt hat, engt man das Filtrat bis auf ungefähr 6 Unzen ein und sättigt es dann zur Hälfte mit kohlensaurem Kali; lässt man nun die Flüssigkeit ruhig stehen, so dauert es immer noch lange, ehe sich Weinstein abscheidet. Man be- fördert dies dadurch, dass man die Flüssigkeit mehre Stunden erwärmt und sie öfters durchschüttelt; hat einmal die Ausscheidung begonnen, so schreitet sie sehr schnell fort.

Der gebildete Niederschlag enthält saures oxalsaures, saures zuckersaures, saures weinsaures und wie wir sehen werden auch ganz bedeutende Mengen saures traubensau- res Kali. Um ihn von der Oxalsäure zu befreien . schlug ich zunächst den Weg ein, den Liebig angegeben, wonach man nämlich den Niederschlag in der geringsten Menge heissen Wassers löst, filtrirt und dann erkalten lässt. Da der entstandene Niederschlag jedoch mit verdünnter Chlor- calciumlösung einen reichlichen Niederschlag gab, den ich für Oxalsäuren Kalk hielt, so versuchte ich durch Auswaschen das etwa noch vorhandene Oxalsäure Kali zu entfernen. Auch dieser Versuch misslang , indem das Waschwasser so lange, bis endlich der ganze Niederschlag gelöst war, eine reichliche Fällung mit verdünnter Chlorcalciumlösung gab. Ein dritter Versuch in der Weise angestellt, dass ich den Niederschlag in heissem Wasser löste, Chlorcalcium und dann essigsaures Natron zusetzte, gab allerdings insofern ein günstigeres Resultat, als nun der erhaltene Weinstein keine Fällung mit Chlorcalcium gab, jedoch wurde damit auch die Traubensäure entfernt, die ich desshalb auch das erste Mal übersah. Als ich später die Gegenwart der Traubensäure fand, behandelte ich das so abgeschiedene Kalksalz mit con-

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centrirter Kalilauge und erhielt durch Kochen des Filtrats eine reichliche Ausscheidung von traubensaurer Kalkerde.

Als den geeignetsten Weg, um die Oxalsäure zu ent- fernen, habe ich den folgenden gefunden. Wenn man die Oxydation des Milchzuckers vollendet und die Schleimsäure durch Filtriren abgeschieden hat, versetzt man die noch Sal- petersäure haltende Flüssigkeit mit so viel kohlensaurem Kalk, bis eine davon abfiltrirte Probe keinen Niederschlag mit Chlorcalcium giebt. Die Lösung hält gewöhnlich noch so viel freie Salpetersäure, dass wohl oxalsaurer Kalk aber kein traubensaurer Kalk darin gefällt wird. Zur Sicherheit untersucht man den gebildeten Oxalsäuren Kalk noch durch Behandeln mit Kalilauge auf Traubensäure, jedoch ist selten etwas davon gefällt. Hat man die Oxalsäure auf diese Weise ausgefällt, so behandelt man das Filtrat auf die oben genannte Weise durch successives Fällen mit Bleizucker, Zersetzen des Niederschlages durch Schwefelsäure und Schwefelwas- serstoff und Sättigung der so erhaltenen Säuren zur Hälfte mit Kali weiter. Vom zuckersauren Kali befreit man den erhaltenen Weinstein in der Weise, dass man ihn in der kleinsten Menge kochenden Wassers löst und das Filtrat langsam erkalten lässt, wo sich dann das saure weinsaure und saure traubensaure Kali in harten Krusten abscheidet. Gewöhnlich ist es noch etwas gelb gefärbt, durch Behan- deln mit Knochenkohle erhält man es aber fast vollkommen farblos.

Von diesem Salze wurde eine Quantität im Platintiegel durch gelindes Glühen in kohlensaures Kali verwandelt:

0,2295 Grm. geben 0,0823 Grm. kohlensaures Kali, die entsprechen 0,0561 Grm. Kali,

ö*H*0* } Erhalten Nach der Formel kH\ berechnet

24,44 Kali 25,0 Kali

75,56 Weinsäure 75,0 Weinsäure

100,ÖÖ 100,0.

Zur Prüfung auf das optische Verhalten der in dem Weinstein enthaltenen Säure wurde derselbe wiederum mit

neutralem essigsauren Blei gefällt und der erhaltene Nieder- schlag mittelst Schwefelwasserstoff zersetzt. Als darauf das Filtrat auf ungefähr eine halbe Unze eingedunstet ruhig zum Erkalten hingestellt war, war eine grosse Menge von Krystallen ausgeschieden. Anfänglich lag die Vermuthung nahe , dass diese Krystalle ein in Folge unvollkommenen Auswaschens des Bleiniederschlages oder durch Aufnahme von Ammoniak aus der Luft sehr saures Kali- oder Ammo- niaksalz sein könnte. Da jedoch einestheils die Krystalle ohne jeden Rückstand auf dem Platinblech verbrannten, und anderntheils durch Kali kein Ammoniak nachzuweisen war, da ferner die Weinsteinsäure sehr schwer krystallisirt, so war zu vermuthen, dass die entstandenen Krystalle reine Traubensäure waren, um so mehr als die ursprüngliche Lö- sung, mittelst des Mitscherlichschen Polarisationsapparats un- tersucht, eine viel geringere Drehung der Polarisationsebene, als die gewöhnliche Weinsäure zeigte, und nach dem Ver- dünnen mit Wasser sowohl durch Chlorcalcium als auch nach längerem Stehen durch Gypssolution gefällt wurde.

Da Liebig die Bildung der Traubensäure nicht beobach- tet hat und dessen Weinsäure nach Bohns*) Angaben ganz das gleiche Drehungsvermögen wie die gewöhnliche Wein- steinsäure haben soll, so scheint derselbe wirklich nur Rechtsweinsteinsäure gehabt zu haben. Ich habe desshalb den Versuch mehrere Male auch mit verschiedenen Ver- hältnissen von Milchzucker und Salpetersäure wiederholt und stets das Gemenge von Weinsteinsäure und Traubensäure erhalten , so dass die Bildung von Traubensäure wohl als constant zu betrachten ist. Auch hatte Carlet schon bei der Oxydation des Milchzuckers durch Salpetersäure die Bildung der Traubensäure beobachtet, wenn er auch nur Spuren davon erhalten hatte. Da sich bei meinen Versuchen nun stets eine ganz bedeutende Menge Traubensäure ausschied, so war es von Interesse, das Verhältniss der Traubensäure zur Weinsteinsäure zu bestimmen:

Zu dem Ende wurden mehrere Vorversuche gemacht, um die beiden Säuren von einander zu scheiden. Als bestes

Annalen der Chemie und Pharmacie Band 113 pag. 19.

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Unterscheidungsmittel wird gewöhnlich angegeben, dass der durch überschüssiges Kalkwasser in freier Weinsäure her- vorgebrachte Niederschlag von weinsteinsaurer Kalkerde in Salmiak löslich, der traubensaure Kalk dagegen unlöslich sei. Lässt man jedoch eine solche salmiakhaltige Lösung längere Zeit stehen, so scheidet sich weinsteinsaurer Kalk in harten durchsichtigen Krystallen aus. Versetzt man fer- ner die Lösung der Weinstein säure mit Chlorcalcium und essigsaurem Natron, so entsteht wohl im Anfange kein Nie- derschlag, jedoch nach tagelangem Stehen, hat sich gleich- falls eine ganz bedeutende Menge von weinsaurem Kalk abgeschieden; dasselbe findet auch dann statt, wenn man diese Lösung noch mit Salmiak versetzt hat.

Versucht man aus einem Gemenge beider Säuren die Traubensäure mittelst Gypssolution zn fällen, so wird wohl der grösste Theil der Traubensäure abgeschieden , jedoch bleibt auch nach mehreren Tagen noch ein Theil der Trau- bensäure in Lösung; sättigt man das Gemenge der beiden Säuren zur Hälfte mit Kali und fügt dann Gypssolution hinzu , so erhält man den traubensauren Kalk bis auf we- nige Procente wieder. Um auch diese Differenz auf ein Minimum zu reduciren, liess ich zunächst die Traubensäure zum grössten Theil auskrystaUisiren. Die Krystalle wurden auf einem Trichter ausgewaschen und dann auf dickem Filtrirpapier durch Liegen an der Luft getrocknet und ge- wogen. Das Papier wurde mit Wasser ausgewässert, die erhaltene Flüssigkeit mit dem Waschwasser und der Mutter- lauge vereinigt; daraus die noch vorhandene Traubensäure, nachdem die Lösung zur Hälfte mit Kali abgesättigt wor- den, durch Gypssolution ausgefällt und in dem Filtrat nach Entfernung der Schwefelsäure durch salpetersauren Baryt und nach Absättigen mit Kah bis zur schwach sauren Re- action die Weinsäure mittelst Bleizucker gefällt. Der gut ausgewaschene Niederschlag wurde dann mit Schwefelwasser- stoff zersetzt und das erhaltene Filtrat mit Normalnatron- lauge titrirt.

Vor der Scheidung wurde die Gesammtmenge der bei- den Säuren mit ^/^ Normalnatronlauge bestimmt. Zu 10 CC. der auf 100 CC. gebrachten Lösung wurden verbraucht

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7,7 CC. Natronlauge, die entsprechen 0,5775 Grm. des Säure- hydrats. Angewendet wurden die andern 90 CC, worin somit 5,197 Grm. des Gemisches entlialten waren.

Auskrystallisirt waren 1,806 Grm. Traubensäure von der Formel C^H^O^^ + 2 HO die entsprechen 1,612 Grm. Traubensäure von der Formel C^H^O*^. Die Menge des durch Gypswasser abgeschiedenen und im Exsiccator getrockneten Niederschlags von traubensaurem Kalk betrug 0,93 Grm. die entsprechen 0,537 Grm. krystallwasserfreiem Trauben- säurehydrat.

Zur Sättigung von 10 CC. der auf 100 CC aufgefüll- ten Weinsäurelösung wurden gebraucht 3,9 CC Normalna- tronlauge die entsprechen: 0,2925 Grm. Weinsäure; dies auf 100 CC berechnet giebt 2,925 Grm. Weinsäure.

Auskrystallisirte Traubensäure 1,612 Traubensäure vom Kalksalz 0,537

Traubensäure 2,149 Weinsäure 2,925

5,074.

Erhalten in 100 Berechnet auf 100

Angewendet 5,197 Weinsäure 56,3 Weinsäure 57,6

Erhalten 5,074 Traubensäure 41,4 Traubensäure 42,4

Verlust 0,123. Verlust 2,3 100,0.

100,0.

Daneben wurde das Polarisationsvermögen des Ge- misches und der darauf abgeschiedenen Weinsäure mit Hülfe des Mitscherlichschen Polarisationsapparates bestimmt. Das Drehungsvermögen des Gemisches betrug bei einer Länge des Beobachtungsrohrs von 2 Decimeter, bei einem spec. Gewicht von 1,108 und einem Gehalte von 21,6 Procent

3 Grad nach Rechts,

woraus sich das Molecularrotationsvermögen

berechnet zu a = ^ ^^^ ^ ^—^ 6,3.

Nach der Trennung beider Säuren betrug das Drehungs- vermögen der Weinsäure

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bei einem spec. Gewicht von 1,057 bei einem Gehalt von 12,4 Procent

3 Grad nach Rechts,

woraus das Molecularrotationsvermögen sich berechnet zu 3

" "^ 1,057. 2. 0,124 ^ ^^'^'

Bei dieser Gelegenheit wurde das Molecularrotations- vermögen der gewöhnlichen Weinsäure bestimmt. Bei einer Temperatur von 22" C. betrug die Ablenkung bei einem spec. Gewicht von 1,094 bei einem Gehalt von 20 Procent

5,2 Grad nach Rechts, woraus das Molecularrotationsvermögen der Weinsäure sich

berechnet zu « = 1^094. 2. 0,2 = ^^'^'

Die Lösung der abgeschiedenen Traubensäure zeigte gar keine Ablenkung.

Wenn nach der letzten Beobachtung eine Ablenkung von 5,2 Grad einen Gehalt der Lösung von 20 Procent Weinsteinsäure angiebt, so würde man bei einer Drehung von 3 Grad 11,5 Procent annehmen müssen , die in den obengenannten 21,6 Procent der Lösung enthalten waren. Da sich daraus das Verhältniss der Weinsäure zur Trauben- säure für 100 Theile wie 53,2 zu 46,8 berechnen würde, wäh- rend der Wägungs versuch das Verhältniss von 57,6 zu 42,4 ergiebt, so muss man annehmen, dass in der abgeschie- denen Weinsäure noch Traubensäure enthalten war, wodurch dann auch das Molecularrotationsvermögen der abgeschiedenen Weinsäure dem der gewöhnliehen näher kommt. Da jedoch diese Differenz ebensogut durch einen Beobachtungsfehler herbeigeführt sein kann, der um so leichter eintreten kann, als es schwer hält, bei so kleinen Mengen farblose Lösungen zu bekommen, so werde ich hier so wie bei den folgenden Versuchen immer das Mittel aus dem auf optischen Wege und dem durch die Gewichtsbestimmung erhaltenem Resul- tate als das richtigere Verhältniss annehmen.

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Bestimmung:

durch Polarisation durch Wägung Mittel

Weinsäure 53,2 57,6 55,4

Traubensäure 46,8 42,4 44,6

100,0 100,0 100,0.

Versuch mit Gummi.

1 Pfund Gummi arabicum wurde ganz ebenso wie der Milchzucker der Oxydation mit Salpetersäure unterworfen. Man löst zuerst das Gummi in dem angegebenen Quantum Wasser und erwärmt es dann mit der angegebenen Menge Salpetersäure in kleinen Quantitäten in einer geräumigen Porzellanschale, da bei der ersten Einwirkung die Masse sehr stark schäumt. Wenn diese stattgefunden hat, so ver- schwindet auch sehr bald der Schaum, so dass man dann die einzelnen Portionen wieder wie beim Milchzucker zu- sammen in einem Kolben weiter erhitzen kann. Der Pro- cess verläuft wie beim Milchzucker, nur bildet sich bei weitem weniger Schleimsäure, die sich nicht wie bei jenem pulverförmig, sondern meist auf der Oberfläche als schaumige Masse abscheidet. Ebenso ist die Ausbeute an Weinsäure und Traubensäure bei weitem geringer als^beim Milchzucker. Nach drei bis vier Tagen ist der Process vollendet, man ent- fernt mit kohlensaurem Kalk die gebildete Oxalsäure, fällt mit Bleizucker und zersetzt das Bleisalz durch Schwefel- säure und Schwefelwasserstoff. Hat man das so erhaltene Gemenge der entstandenen Säuren zur Hälfte mit kohlen- saurem Kali abgesättigt, so hält es hier besonders schwer, Weinstein daraus abzuscheiden, es dauert zuweilen Tage lang, ehe eine Ausscheidung beginnt, man beschleunigt die- selbe durch längeres Erwärmen im Dampfbade und öfteres Schütteln. Das erhaltene Krystallmehl wird auf die oben beim Milchzucker angegebene Weise vom zuckersauren Kali getrennt; der erhaltene Weinstein besteht ebenfalls aus saurem weinsteinsauren und saurem traubensauren Kali, da sowohl schwefelsaure Kalkerdelösung in der freien Säure einen reichlichen Niederschlag von traubensaurem Kalk hervorbringt, als auch die Polarisationsebene durch die Lö-

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sung- nach Rechts bedeutend abgelenkt wird. Die Säuren wurden auf die oben erwähnte Weise getrennt und dabei folgende Resultate erhalten.

Vor der Trennung wurden wieder 10 CC. der auf 100 CC. gebrachten Lösung mit ^/j Normalnatronlauge ge- sättigt, von der 5,3 CC. gebraucht wurden, so dass die Menge der zur Trennung angewendeten Quantität in den übrigen 90 CC. der Lösung 3,5775 Grm. Säure betrug.

Auskrystallisirt waren 0,893 Grm.